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Japanische Münzen – Symbolik und Bedeutung

Während die japanischen Geldnoten Personen abbilden, haben es vor allem florale Motive auf die japanischen Münzen geschafft. In diesem Beitrag erfährst du, welche Bedeutung die Motive der einzelnen Münzen haben und erhälst viele weitere interessante Informationen über das japanische Metallgeld.

Japanische Münzen

In Japan sind derzeit sechs verschiedene Münzen im Umlauf, die 1-Yen-Münze, die 5-Yen-Münze, die 10-Yen-Münze, die 50-Yen-Münze, die 100-Yen-Münze und die 500-Yen-Münze. Außerdem gibt es noch vier Geldnoten, die 1.000-Yen-Geldnote, die 2.000-Yen-Geldnote, die 5.000-Yen-Geldnote und die 10.000-Yen-Geldnote. Ich habe auch bereits einen Artikel über die Personen auf den japanischen Geldnoten geschrieben. In diesem Artikel soll es nun um die japanischen Münzen gehen.

1-Yen-Münze: Junger Baum

Japanische Münzen - 1 Yen Münze

Die 1-Yen-Münze besteht aus Aluminium und ist daher relativ leicht. Sie wiegt lediglich 1 Gramm. Auf der Vorderseite ist ein Wakagi (若木わかぎ), was junger Baum bedeutet, sowie der Name Japans (日本国にほんこく) und 1 Yen (一円いちえん) in chinesischen Schriftzeichen (Kanji) eingeprägt. Der junge Baum steht für Wachstum und symbolisiert somit ein wachsendes und gedeihendes Japan. Auf der Rückseite ist die Zahl 1 und das Herstellungsdatum in chinesischen Schriftzeichen (Kanji) eingeprägt. Die Münze wird seit 1955 verwendet und ist damit die älteste sich unverändert im Umlauf befindende japanische Münze.

5-Yen-Münze: Reisähre, Wasser und Zahnrad

Japanische Münzen - 5 Yen Münze

Die 5-Yen-Münze besteht zu 60 % aus Kupfer und zu 40 % aus Zink. Sie hat außerdem ein Loch in der Mitte. Auf der Vorderseite ist 5 Yen (五円ごえん) in chinesischen Schriftzeichen (Kanji) und ein Symbol aus Reisähren, einem Zahnrad und Wasser eingeprägt. Diese drei Abbildungen symbolisieren die drei wichtigen japanischen Wirtschaftszweige. Die Reisähre symbolisiert die Landwirtschaft, das Zahnrad die Industrie und das Wasser die Fischerei. Auf der Rückseite sind das Herstellungsdatum und der japanische Ländername (日本国にほんこく) in chinesischen Schriftzeichen (Kanji) sowie zwei Samenblätter eingeprägt. Die zwei Samenblätter sollen für den 2. Weltkrieg stehen, aus denen das neue demokratische Japan als Samen hervorgekommen ist. Die Aussprache von 5 Yen (Goen 五円ごえん) ist die Gleiche wie Goen (ご縁ごえん), ein japanischer Begriff, der die Verbindungen und das Treffen auf Menschen, aber auch abstrakter das Treffen auf Möglichkeiten beschreibt. 5-Yen-Münzen sind die favorisierten Münzen für Spenden an Schreinen und Tempeln uum für das Treffen auf Möglichkeiten zu beten. Die 5-Yen-Münze ist übrigens die einzige japanische Münze, auf der ihr Wert nicht in arabischen Ziffern (also die Zahl „5“) steht. Die Münze ist in ihrer jetzigen Form seit 1959 im Umlauf.

10-Yen-Münze: Phönix-Halle des Byōdō-in

Japanische Münzen - 10 Yen Münze

Die 10-Yen-Münze besteht aus Kupfer und ist die einzige japanische Münze, die ein Bauwerk zeigt. Auf der Vorderseite ist die Phönix-Halle des Byōdō-in (平等院鳳凰堂びょうどういんほうおうどう) sowie 10 Yen (十円じゅうえん) und der japanische Ländername (日本国にほんこく) in chinesischen Schriftzeichen (Kanji) eingeprägt. Der Byōdō-in ist ein Tempel in der Stadt Uji in Kyoto. Die Halle sowie diverse andere Gegenstände im Byōdō-in gelten in Japan als Nationalschätze und gehören zusammen mit anderen Stätten in der Präfektur Kyōto zum Weltkulturerbe Historisches Kyōto (Kyōto, Uji und Ōtsu) der UNESCO. Auf der Rückseite sind die Zahl 10, das Herstellungsdatum in chinesischen Schriftzeichen (Kanji) und zwei Tokiwagi (常盤木ときわぎ) eingeprägt. Der Tokiwagi ist ein immergrüner Baum. Die Münze ist in ihrer jetzigen Form seit 1959 im Umlauf.

50-Yen-Münze: Chrysanthemen

Japanische Münzen - 50 Yen Münze

Die 50-Yen-Münze besteht zu 75 % aus Kupfer und zu 25 % aus Nickel. Sie hat ebenfalls ein Loch in der Mitte. Auf der Vorderseite sind Chrysantheme, der japanische Ländername (日本国にほんこく) und 50 Yen (五十円ごじゅうえん) in chinesischen Schriftzeichen (Kanji) eingeprägt. Die 50-Yen-Münze zeigt wie auch die 100-Yen-Münze und die 500-Yen-Münze ein florales Motiv. Die Chrysantheme hat in Japan eine ganz besondere Bedeutung und ist das Symbol des Kaiserhauses. Der japanische Kaiserthron wird auch als Chrysanthementhron bezeichnet. Das kaiserliche Chrysanthemensiegel wird auch als Staatswappen verwendet und die höchste japanische Auszeichnung ist der Chrysanthemenorden. Auf der Rückseite ist die Zahl 50 und das Herstellungsdatum in chinesischen Schriftzeichen (Kanji) eingeprägt. Die Münze ist in ihrer jetzigen Form seit 1967 im Umlauf.

100-Yen-Münze: Kirschblüten

Japanische Münzen - 100 Yen Münze

Die 100 Yen Münze besteht zu 75 % aus Kupfer und zu 25 % aus Nickel. Auf der Vorderseite sind Kirschblüten (Sakura), der japanische Ländername (日本国にほんこく) und 100 Yen (百円ひゃくえん) in chinesischen Schriftzeichen (Kanji) eingeprägt. Die japanische Kirschblüte ist eines der wichtigsten Symbole der japanischen Kultur. Sie steht für Schönheit, Aufbruch und Vergänglichkeit (Mono no aware; 物の哀れもののあわれ). Auf der Rückseite ist die Zahl 100 und das Herstellungsdatum in chinesischen Schriftzeichen (Kanji) eingeprägt. In Japan gibt es übrigens zahlreiche 100-Yen-Shop mit einem tollen Angebot. Die bekannteste Kette ist wahrscheinlich Daiso. Leider werdet ihr feststellen, dass ihr mit der 100-Yen-Münze nicht weit kommt, da die Artikel nur ohne Steuer 100 Yen kosten. Da die Umsatzsteuer in Japan derzeit 10 % beträgt, werdet ihr also auch noch eine 10-Yen-Münze brauchen. Die Münze ist in ihrer jetzigen Form seit 1967 im Umlauf.

500-Yen-Münze: Paulownia

Japanische Münzen - 500 Yen Münze

Die 500-Yen-Münze besteht zu 72 % aus Kupfer, zu 20 % aus Zink und zu 8 % aus Nickel. Auf der Rückseite sind Paulownia, der japanische Ländername (日本国にほんこく) und 500 Yen in chinesischen Schriftzeichen (Kanji) eingeprägt. In Japan ist die „5-7-5 Paulownie“ – ursprünglich Wappen der Ashikaga-Fürsten – das Wappen des japanischen Premierministers bzw. der Regierung. Auf der Rückseite sind die Zahl 500, oben und unten Abbildungen von Bambussprossen (Take; たけ) und links und rechts Abbildungen von Zitrusblättern (Tachibana; たちばな) sowie das Herstellungsdatum in chinesischen Schriftzeichen (Kanji) eingeprägt. Die 500-Yen-Münze ist die wertvollste japanische Münze und es gibt Restaurants, die mit „One Coin Meals“ werben, was bedeutet, dass man ein Essen für eine 500-Yen-Münze bekommen kann. Die 500-Yen-Münze ist die neuste japanische Münze und in ihrer jetzigen Form erst seit dem Jahr 2000 im Umlauf.

Fragen bitte!

Wenn du noch Fragen über japanische Münzen hast, würde ich mich sehr über einen Kommentar freuen. Auch wenn du einen Verbesserungsvorschlag oder eine Anmerkung hast, freue ich mich natürlich über einen Kommentar.

Falls dir mein Beitrag „Japanische Münzen – Symbolik und Bedeutung“ gefallen hat, dann ist vielleicht auch mein Beitrag „Wer sind die Personen auf den japanischen Geldnoten?“ interessant für dich.

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4 Antworten auf „Japanische Münzen – Symbolik und Bedeutung“

Sehr informativer Artikel! Ich hatte die Münzen zwar selbst schon oft in der Hand, aber so richtig angeguckt habe ich sie mir bis jetzt noch nie. Wird mal wieder Zeit, meine aus Japan übriggebliebenen Münzen herauszukramen, um sie mir endlich einmal anzuschauen^^

Weißt du eigentlich auch, warum die 5- und 50-Yen-Münzen Löcher haben? Ich glaube früher hatten die japanischen Münzen Löcher, um sie auf Schnüre zu ziehen. Ist das daher eine historische Anspielung?

Viele Grüße

Flo

Hallo Flo,

vielen Dank für deinen Kommentar. Freut mich, dass dir mein Artikel gefallen hat.
Die 50-Yen-Münze wurde 1955 noch ohne Loch eingeführt, erst mit der Einführung der 100-Yen-Münze hat sie ein Loch erhalten, um sie besser von der 100-Yen-Münze auseinanderhalten zu können, da sie sich ja sehr ähnlich sehen.
Auch bei der 5-Yen-Münze scheint das ein Grund gewesen zu sein. Die Münzen sollen dadurch außerdem fälschungssicherer sein. Früher war es übrigens in der Tat so, wie du sagst, dass die Münze auf einer Schnur aufgefädelt wurden. Aber da es schon seit dem Ende des 19. Jahrhunderts Papiergeld in Japan gibt, glaube ich nicht, dass das ein Kriterium bei den aktuellen Münzen war und auch die Bank of Japan nennt als Gründe für die Löcher lediglich die Fälschungssicherheit und die Unterscheidbarkeit von anderen Münzen. Aber ich könnte mir schon vorstellen, dass die Erwägung eines Loch in der Mitte der Münze näher lag, da es das in Japan auch schon früher gab.

Viele Grüße

Tim

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