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Die Geschichte der japanischen Kleidung

Passend zu meinem Artikel über die verschiedenen Varianten des Kimono, möchte ich in diesem Artikel auf die Geschichte der japanischen Kleidung und insbesondere des Kimono eingehen. Der Kimono ist weltweit bekannt und ein Aushängeschild für Japan. Man sieht ihn bei japanischen Hochzeiten, dem Tag der Mündigkeitserklärung und japanischen Beerdigungen. Ansonsten bleibt der Kimono heute aber meistens im Kleiderschrank. Aber das war nicht immer der Fall. Früher war der Kimono die Alltagskleidung. Die Entwicklung eines Kleidungsstücks, welches täglich getragen wurde zu einem, welches nur zu besonderen Anlässen getragen wird, ist bemerkenswert und interessant. Dieser Artikel soll die Entwicklung verdeutlichen und einen Überblick über die Geschichte der japanischen Kleidung im Allgemeinen geben.

Vorwort

Ich habe diesen Artikel in verschiedene Zeitepochen Japans unterteilt. Natürlich wurde nicht in der einen Zeitperiode die eine und dann am nächsten Tag, wenn die neue Zeitperiode begann, die andere Kleidung getragen. Zwischen den Perioden war der Übergang der Kleidungsstile fließend. Die Einteilung verdeutlicht nur, welcher Kleidungsstil in der jeweiligen Epoche größtenteils vorherrschte. Auch unterschied sich die Kleidung natürlich immer von Stand zu Stand. Neue Kleidungsstile die auf Innovationen in der Web- und Färbetechnik beruhten führten oft zu Veränderungen im Kleidungsstil, der durch alle Schichten ging. Oft wird dabei eher auf die Kleidung der Oberschicht eingegangen, da die schriftlichen Quellen die einfache Bevölkerung oft außenvorlassen. Alle Quellen, die ich in diesem Artikel benutzt habe, findet ihr unten aufgelistet.

Jōmon-Zeit, Yayoi-Zeit

Geschichte der japanischen Kleidung: Kleidung aus Hanf während der Jomon-Zeit
Zum Ende der Jōmon-Zeit und während der Yayoi-Zeit trugen die Menschen in Japan solch eine Kleidung aus Hanf.

Die japanische Zeitrechnung beginnt in der Regel mit der Jōmon-Zeit (14.000 v. Chr. bis 300 v. Chr.). Die Menschen, die zu dieser Zeit Japan besiedelten, ernährten sich hauptsächlich von der Jagd. Die Kleidung dieser Zeit bestand anfangs noch aus Tierfellen, aber gegen Ende der Jōmon-Zeit gewann Hanf als Material an Beliebtheit. Die Kleidung aus Hanf war grobfaserig und lose befestigt. Es gab keinen Unterschied zwischen der Kleidung von Männern und Frauen und die Kleidung diente mehr als praktischer Schutz im Alltag als zum zur Schau stellen eines sozialen Status. Es gibt Historiker, die annehmen, dass die ersten Formen der Landwirtschaft bereits in dieser Zeit begannen und auch Hanf landwirtschaftlich angebaut wurde.

Bild vom Yoshinogari Park
Yoshinogari: Rekonstruktion einer Siedlung zur Yayoi-Zeit

In der Yayoi-Zeit (300 v. Chr. bis 300 n. Chr.) migrierten die Yayoi-Menschen von Südkorea aus nach Japan und verdrängten durch ihre fortgeschrittene Technologie nach und nach die Jōmon-Menschen. Sie brachten beispielsweise den Reisanbau mit nach Japan. Die Kleidung änderte sich anfangs noch nicht merklich, aber zum Ende der Yayoi-Zeit trugen Menschen mit einem hohen Status bereits Kleidung aus Seide, die vor allem über Korea aus China importiert wurde.

Yamato-Zeit

Japanische Kleidung während der Yamato-Zeit
Kleidung während der Yamato-Zeit

Die nächste größere Änderung hinsichtlich der Kleidung ergab sich in der Yamato-Zeit (250 – 710 n. Chr.). Die Yamato-Kleidung bestand aus zwei Teilen, einem oberen und einem unteren Teil. Das Oberteil hatte enge Ärmel. In dieser Zeit wurde die Kunst der Seidenraupenzucht in Japan von chinesischen Siedlern eingeführt. Zu diesem Zeitpunkt hatten sie keine Fähigkeiten oder Techniken zum Färben von Kleidung, sodass der Seidenstoff weiß blieb.

Während der Kofun-Zeit (300 bis 538 n. Chr.) nahm der Handel mit der koreanischen Halbinsel und dem chinesischen Festland an Fahrt auf und auch der Kleidungsstil änderte sich durch die neuen kulturellen Einflüsse. Ab dieser Epoche unterschied sich auch die Kleidung von Männern und Frauen merklich. Frauen trugen ihren Stoffgürtel über der Hüfte und trugen eine Art langen Rock. Männer trugen Hosen, die mit einem Band unter dem Knie zugebunden wurde.

Asuka-Zeit und Nara-Zeit

Japanische Kleidung während der Asuka-Zeit
Mehdan / CC BY-SA
Typische Kleidung von Frauen während der Asuka-Zeit

Da Japan sich in der Asuka-Zeit (538 – 710) immer mehr an China anglich und sich auch vom politischen System inspirieren lies, wurden auch die Kleidungskultur und neue Nähtechnicken aus China immer stärker übernommen. Die Kleidung bestand aus vielen Teilen, darunter Ober- und Unterbekleidung, Jacken, ein vorderer Rock und ein hinterer Rock. Während der Nara-Zeit (710 – 794) und der vorherigen Asuka-Zeit wurden außerdem Techniken zum Färben von Seide entwickelt. Typisch waren für Frauen besonders die farbigen, langen Röcke. Die Falten waren am Saum befestigt und der Rock wurde nach unten breiter. Männer trugen Hütte und simplere Kleidung. Männliche Mitglieder des Adels und des Kaiserhofs trugen Roben mit rundem Ausschnitt und einem Männer-Rock. Der Kragen variierte je nach sozialem Status. Die Kleidung zu Hofe gliederte sich in formelle Kleidung, Hofkleidung und Uniformen. Der Rang einer Person war schnell an der Farbe der Kleidung zu erkennen. Zu dieser Zeit glich die Kleidung am japanischen Kaiserhof sehr stark der des chinesischen Kaiserhofs.

Heian-Zeit

Geschichte der japanischen Kleidung: Der Jūnihitoe
Shealah Craighead (White House), Public domain, via Wikimedia Commons; Jūnihitoe

Der erste Vorfahre des Kimono entstand in der Heian-Zeit (794-1192), weil die Regierung den Handel und die diplomatischen Beziehungen zu China abbrach und somit ihre eigene Kultur auch hinsichtlich der Kleidung entwickelte. Da es in Japan ab der Heian-Zeit am Kaiserhof Brauch war, einen Großteil der Zeit auf Tatami-Matten auf dem Boden zu sitzen, wurde die Kleidung steifer und voluminöser. Die Aristokraten wurden zum Zentrum der Politik und Kultur und setzten vermehrt auf pompöse und prunkvolle Kleidung statt auf praktische Kleidung. Gerade Stoffstücke wurden zusammengenäht, um ein Kleidungsstück zu schaffen, das zu jeder Art von Körperform passt. Die adeligen Frauen trugen einen Umhang, der „Oosode“ (große Ärmel) genannt wurde und darunter mehrere „Kosode“ (kleine Ärmel) in Schichten mit verschiedenen Farben. Der Kosode ist der Urpsrung des heutigen Kimono. Gewöhnliche Frauen trugen lediglich den Kosode.

Weil Frauen des Adels insgesamt zwölf Kimono übereinander trugen, wurde dieses formelle Kleid auch 12-Schichten-Kleid (十二単じゅうにひとえ; Jūnihitoe) genannt. Es gab aber sogar Kleider mit bis zu 20 Schichten. Die Farben der verschiedenen Schichten und die daraus entstehenden Muster spiegelten beispielsweise die Jahreszeit, Tugenden oder auch Elemente wider. Aber die vielen Schichten dienten auch dazu, im Winter warm zu halten. Aufgrund dieser großen Anzahl an Schichten hatte das Kleid auch ein beachtliches Gewicht von ca. 10 kg. Die Männer des Adels trugen leichtere Kleidung in schlichten Farben, die Noshi (直衣のうし) genannt wird und einen hohen Hut.

Kamakura-Zeit, Muromachi-Zeit, Azuchi-Momoyama-Zeit

In der Heian-Zeit diente die Kleidung vor allem dazu, elegant auszusehen. Aber da in der Kamakura-Zeit (1185-1333) der Kriegerstand an Macht gewonnen hatte und sich mehr bewegte als der kaiserliche Hofstaat, wurde die Kleidung wieder simpler und bot mehr Bewegungsfreiheit. In der Kamakura-Zeit hatte sich der Kimono schon fest als Alltagskleidung etabliert und es wird angenommen, dass sich die traditionellen Muster, die oft an eine Jahreszeit angelehnt sind, in dieser Zeit entwickelten.

Kosode, die in der Heian-Zeit beim Adel als Untergewand galt, wurde selbstständig und die Anzahl an Schichten, die übereinander getragen wurden, nahm nach und nach ab. Mit der abnehmenden Anzahl an Schichten mussten die Frauen anfangen, Obi zu tragen, um den Kimono zusammenzuhalten. Obwohl der Obi auch schon in der Heian-Zeit teilweise Verwendung fand, trat er erst in der Kamakura-Zeit oder Muromachi-Zeit (1336–1573) in den Vordergrund. In der Muromachi-Zeit und Azuchi-Momoyama-Zeit (1573–1603) hatten sich die Eigenschaften des heutigen Kimono fast etabliert und die Web- und Färbtechnicken entwickelten sich fortwährend.
Auf der anderen Seite trugen die Samurai bis zur Edo-Zeit eine zweiteilige Kleidung, die Kamishimo (かみしも) genannt wird. Diese bestand aus dem Oberteil namens Kataginu (肩衣かたぎぬ) (kurzärmlige Kleidung aus Hanf) und dem Unterteil namens Hakama (はかま) (geteilter und faltiger Rock aus feinen Streifen).

Edo-Zeit

Kleidung in Friedenszeiten

Der Kimono in seiner heutigen Form gewann erstmals in der Edo-Zeit (1630 – 1868) an Bedeutung. Nach Jahrhunderten des Bürgerkriegs und der Unruhen war dies eine Ära beispielloser politischer Stabilität und Wirtschaftswachstums. In der Vergangenheit hatten die Samurai, Japans herrschende Militärklasse, ihren Status und Reichtum durch den Erfolg auf dem Schlachtfeld erlangt. Da im Frieden quasi so gut wie keine Kampfhandlungen mehr stattfanden, wurde der soziale Status primär durch Etikette und Kleidung zur Schau gestellt. Die Frauen der Oberschicht führten ein sehr eingeschränktes und strukturiertes Leben, welches die strikte Einhaltung der Kleiderordnung in Bezug auf Jahreszeit, Ereignisse und Tageszeit beinhaltete. Durch diese Entwicklung wurde der Kimono auch vom Alltagsgegenstand immer mehr zu einem Statusobjekt.

Neues Selbstverständnis der japanischen Mittelklasse

Die Mode wurde in der Edo-Zeit besonders von den Kaufleuten und Kurtisanen geprägt. Die immer reicher werdende Mittelschicht der Edo-Zeit konnte aufgrund eines strengen hierarchischen Klassensystems keine Klasse aufsteigen. Sie versuchten daher ihrem neuen Selbstbewusstsein über ihre Kleidung Ausdruck zu verleihen. Man muss sich auch ins Bewusstsein rufen, dass in allen vorangegangen Perioden der Großteil der Japaner Bauern waren und dementsprechend auch nicht mit einem Kimono auf dem Feld standen, sondern praktischere Kleidung trugen. Mit der Edo-Zeit erreichte der Kimono auch zunehmend Schichten außerhalb des Adels.

Entwicklung zum modernen Kimono

Natürlich spielte auch der technologische Fortschritt wieder eine Rolle. Die „Yūzen“ -Färbetechnik (Eine Reservefärbung, bei der Reispaste auf den Stoff aufgetragen wird, sodass nur die damit nicht behandelten Stellen beim Färbevorgang Farbe annehmen) wurde in der Edo-Zeit entwickelt und ermöglichte komplexe Muster mit Blumen und Vögeln. Ein Kimono bestand nun aus mehrfarbigem, hochdekoriertem Stoff und wurde in einer einzigen Schicht getragen. Der Gürtel oder Obi, der bis zu diesem Zeitpunkt vorne gebunden war, war jetzt hinten gebunden. Außerdem wurde der Obi breiter. Der Kimono glich nun fast vollständig den Kimono, die auch heute noch getragen werden.

Meiji-Zeit

Die Geschichte der japanischen Kleidung: Aufführung mit traditionellen japanischen Instrumente im Kimono während der Meiji-Zeit.
Kusakabe Kimbei, Public domain, via Wikimedia Commons; Aufführung mit traditionellen japanischen Instrumente im Kimono während der Meiji-Zeit

Die Öffnung des Landes

1853 landete eine amerikanische Marineexpedition unter der Leitung von Admiral Matthew Perry in der Bucht von Tokio. Die Amerikaner zwangen Japan, sich dem Außenhandel zu öffnen. Das japanische Volk erkannte schnell, wie weit es technologisch und militärisch hinter dem Rest der Welt zurückgeblieben war, und wollte aufholen. Während der Meiji-Restauration entfernten die Japaner das Tokugawa-Shogunat von der Macht und gaben die Autorität an den Kaiser zurück, der zuvor nur eine symbolische Rolle gespielt hatte. Dadurch wurde die Meiji-Zeit (1868-1912) eingeläutet. Die Meiji-Regierung adaptierte westliche technologische und philosophische Entdeckungen und entwickelte schnell eine industrielle Wirtschaft und ein fortschrittliches Militär. Sowohl ihre Wirtschaft als auch ihr Militär basierten auf westlichen Ideen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Kleidung ebenfalls sehr verwestlicht wurde. Dies gilt insbesondere für Uniformen. Japans neues öffentliches Schulsystem erforderte Uniformen im westlichen Stil. Auch das Militär nahm Uniformen und Rangabzeichen an, die der damals berühmten preußischen Armee ähnelten. Aus geschäftlichen Gründen trugen Männer Anzug und Krawatte wie im Westen.

Zunehmende Verwestlichung

Erst ab der Meiji-Zeit (1868-1912) wurde das Kleidungsstück Kimono genannt. In der Meiji-Zeit wurde eine Reihe neuer japanischer Kleidungsstücke je nach Anlass und Förmlichkeit entwickelt, um den neuen sozialen Anlässen für Frauen angemessen zu sein. Der Kimono in der modernen Form, der heute noch hauptsächlich von Frauen getragen wird, ist eine stilisierte Version des Kimono, der in der Meiji-Zeit entwickelt wurde. Diese letzte Transformation von der Edo-Ära zum modernen Japan ist faszinierend. Die Entwicklung nahm noch einmal Fahrt auf, als die Meiji-Regierung für Soldaten und Beamte westliche Kleidung vorschrieb, um die Industrialisierung und Verwestlichung voranzutreiben. Von da an verbreitete sich die westliche Kleidung über ganz Japan und über alle Bevölkerungsschichten. Bei Frauen zog sich der Prozess allerdings deutlich länger hin. Anfangs wurde westliche Kleidung nur zu förmlichen Anlässen der High Society getragen. Zum Ende der Meiji-Zeit trugen Männer Yōfuku für ihre alltäglichen Geschäfte, während Frauen weiterhin Kimono trugen.

Obwohl der Kaiser und sein Hof, darunter einige hochrangige Frauen, zunächst die westliche Kleidung trugen, erlebte die japanische Kleidung in den 1890er Jahren eine Art Renaissance. Dies war Teil einer breiteren Wiederbelebung des Nationalismus, die sich aus dem wachsenden politischen, wirtschaftlichen und militärischen Vertrauen ergab. Während Japan sich dem Westen gleichstellen wollte, wollte es auch sein einzigartiges kulturelles Erbe hervorheben.

info

Wafuku und Yōfuku

In Japan wird die Kleidung in Wafuku (和服わふく) und Yōfuku (洋服ようふく) unterteilt. Bei Wafuku handelt es sich um die traditionelle japanische Kleidung (z. B.: Kimono) und bei Yōfuku um die westliche Kleidung (z. B. Shirts, Hosen und Kleider). Das Wort Wafuku wurde nur als Gegenstück zum Wort Yōfuku eingeführt und existierte vorher nicht. Beide Worte fanden erst mit der Meiji-Zeit Verwendung.

Taisho-Zeit und Show-Zeit

Das brennende Metropolitan Police Office in Tokio nach dem großen Kantō Erdbeben
大阪毎日新聞社 THE OSAKA MAINICHI, Public domain, via Wikimedia Commons; Das brennende Metropolitan Police Office in Tokio nach dem großen Kantō Erdbeben

Das Große Kantō Erdbeben

Erst in der Taisho-Zeit (1912-1926) wurde westliche Kleidung der japanischen Kleidung vorgezogen. Der Kimono als Alltagskleidung hatte seine letzten Tage in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg. Allgemein wird auch angenommen, dass das große Kantō Erdbeben von 1923 zu der Änderung im Kleidungsverhalten beitrug. Der Kimono wurde für seine unpraktischen langen Ärmel und Saum kritisiert, die dazu führten, dass viele Frauen nicht schnell genug vor den entstandenen Großbränden flüchten konnten. Das Erdbeben hatte also nicht nur physische Folgen, sondern führte auch zu einem kulturellen Umdenken. Die westliche Kleidung, die als praktisch und preiswert galt, war daher der logische Schritt.

Der zweite Weltkrieg und die Folge

Im Rahmen des aufkommenden Nationalismus vor dem Zweiten Weltkrieg während der Shōwa-Zeit (1926–1989) gewann auch die traditionelle japanische Kleidung wieder an Beliebtheit.

Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte sich kaum noch eine Familie einen Kimono leisten und der Aufbau des Landes stand im Vordergrund. Auch die starke Demoralisierung führte zu einem Verzicht auf das Tragen des Kimonos. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung wuchs aber auch wieder das Selbst- bzw. Nationalbewusstsein und damit auch das Interesse am Kimono. Während des Booms der japanischen Wirtschaft am Ende des 20. Jahrhunderts hatte die japanische Kimonoindustrie ihre Hochphase und mit dem Einbruch der Wirtschaft brach auch die Nachfrage nach eigenen Kimonos ab und es wird seit dem vermehrt auf gemietete oder Secondhand-Kimono zurückgegriffen oder häufig auch einfach ganz auf Kimono verzichtet, da dieser im Alltag nicht benötigt wurde.

Da eine ganze Generation nicht gelernt hatte, wie man Kimono trägt und die Weitergabe der Mütter an die Töchter somit unterbrochen war, haben in ganz Japan Kimono-Schulen aufgemacht, die das Tragen des Kimonos unterrichten. Viele Kimonoproduzenten sagen, dass eines der größten Probleme ihrer Industrie der mangelnde Nachwuchs an Trägerinnen ist. Da sich weniger für die traditionelle Kleidung interessieren, ist auch ein Problem, dass die Menschen mit der Expertise in der Kunst der Kimono-Herstellung schon sehr alt sind und es keine geeigneten Nachwuchskräfte gibt.

Renaissance des Kimono

In letzter Zeit hat die Neugier und das Interesse am Kimono wieder zugenommen. Das Kleidungsstück repräsentiert jetzt die japanische Kultur wie kaum ein anderes Gut. So konnte sich der Kimono wieder als eine Art Alltagskleidung etablieren, die auch außerhalb der förmlichen Anlässe getragen wird. So sind Yukata ein normaler Anblick bei Sommerfesten und auch bei einem Ausflug in die Altstadt wird fast wie selbstverständlich ein Kimono getragen.

In letzter Zeit sieht man in Kyoto, aber auch in anderen Orten wie Kamakura oder Kawagoe wieder sehr viele Japanerinnen, die Kimonos oder auch Yukatas in ihrer Freizeit tragen. Auch als Tourist kann man sich an diesen Orten oft einen Kimono leihen.

Wenn ihr euch noch mehr für die Geschichte der japanischen Kleidung und die Geschichte des Kimonos interessiert, empfehle ich den Artikel über die Geschichte des Kimonos von Masterpieces of Japanese Culture und den Artikel „Kimono: from status symbol to high fashion“ von der BBC.

Video des Nationalmuseums Tokio

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Fragen bitte!

Wenn du noch Fragen über die Geschichte der japanischen Kleidung hast, würde ich mich sehr über einen Kommentar freuen. Auch wenn du einen Verbesserungsvorschlag hast, freue ich mich natürlich über einen Kommentar.

Falls dir mein Beitrag „Die Geschichte der japanischen Kleidung“ gefallen hat, dann ist vielleicht auch mein Beitrag „Varianten des Kimono: Furisode, Tomesode, Hōmongi & Co.“ interessant für dich.

2 Antworten auf „Die Geschichte der japanischen Kleidung“

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