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Fünf außergewöhliche Tiere aus Japan

Die japanische Fauna hat aufgrund der isolierten Lage ganz besondere Lebensformen hervorgebracht, die sonst nirgendwo auf der Welt zu finden sind. Dazu gehört beispielsweise die größte lebende Krebsart aber auch die weltweit zweitgrößte Amphibie. In diesem Blogbeitrag stelle ich außergewöhnliche Tiere aus Japan vor, denen man außerhalb des Archipels vermutlich nur in Zoos begegnen kann.

Mandschurenkranich

Der Mandschurenkranich auf Japanisch „Tanchouzuru“ oder einfach „Tsuru“ ist eng mit der japanischen Kultur verbunden. So gibt es auch viele Geschichten und Mythen, die sich um den Vogel aus der Familie der „Echten Kraniche“ drehen. In Japan wird gesagt, dass der Mandschurenkranich 1000-Jahre alt wird. In der Realität sind es zwar nur bis zu 75 Jahren, damit gehört er aber dennoch zu einem der Vögel mit der höchsten Lebenserwartung. Passend zu diesem Mythos konnte man bis zum Jahr 2004 auch noch 2 Mandschurenkraniche auf der Rückseite des 1000-Yen Scheins finden. In Japan heißt es außerdem, dass Mandschurenkraniche einem für einen Akt der Aufopferung einen Gefallen gewähren. Dieser Mythos stammt von dem japanischen Märchen „Tsuru no Ongaeshi“ in dem ein armer Mann einen angeschossenen Kranich rettet und als Gegenleistung Essen und Reichtum erhält.

Heute gehört der Mandschurenkranich leider zu den am stärksten bedrohten Kranicharten weltweit. Anfang des 20. Jahrhunderts galten Mandschurenkraniche in Japan als ausgestorben, da sie zu Neujahr oft als Delikatesse verspeist wurden. 1924 wurden etwa 15 Vögel im Kushiro Marschland wiederentdeckt. Heute haben sich die Bestände im Osten Hokkaidos zwar wieder etwas erholt, aber die Art ist noch immer stark gefährdet. Die geschätzte Gesamtpopulation der Art beträgt nur 1.830 in freier Wildbahn, von denen etwas 950 Vögel der japanischen Population angehören. Wir können froh sein, dass der Mandschurenkranich von der vollständigen Auslöschung des Menschen vorerst verschont blieb. Gerade bei einem Tier, dass die japanische Kunst und Kultur so tiefgehend geprägt hat.

Japanischer Riesensalamander

Ein weiteres einzigartiges Tier, welches nur in Japan lebt, ist der Japanische Riesensalamander. In Japan wird die bis zu 1.5 Meter lange nachtaktive Amphibie „Ōsanshōuo“ genannt. Damit ist dieser nach dem Chinesischen Riesensalamander die zweitgrößte Amphibie der Welt. Sein Verbreitungsgebiet beschränkt sich auf die schnell fließenden Gebirgsbäche, -flüsse und teilweise Seen der japanischen Inseln Kyūshū, Honshu und Shikoku. Auch der Japanische Riesensalamander gilt als gefährdet, da der Mensch immer stärker in die natürlichen Flussläufe eingriff. Mittlerweile gibt es aber auch gegenläufige Initiativen, um die Flüsse wieder für den Japanischen Riesensalamander bewohnbar zu machen.

Auch der Japanische Riesensalamander hat es in die japanische Mythologie geschafft und es wird angenommen, dass er möglicherweise als Ursprung für das Fabelwesen „Kappa“ diente.

Japanische Riesenhornisse

Die Japanische Riesenhornisse, auf Japanisch „Ōsuzumebachi“ ist die größte Unterart der Asiatischen Riesenhornisse und wird bis zu 6,4 cm groß. Es wird angenommen, dass in Japan jedes Jahr 30-50 Menschen an Stichen der Riesenhornisse versterben. Aber die Zahlen sinken seit Jahren stetig. Dies liegt hauptsächlich an der zunehmenden Urbanisierung und das Abnehmen der Landbevölkerung, wo der Kontakt mit den Tieren wahrscheinlicher ist. Die Japanische Riesenhornisse ist gerade auf dem Land weit verbreitet und ich habe auch schon selbst öfter welche gesehen.

Die Bedrohung für den Menschen ist zwar eher gering, aber für andere staatenbildende Insekten wie der Honigbiene stellt die Japanische Riesenhornisse eine ernste Bedrohung dar. Wenige Japanische Riesenhornissen können in kurzer Zeit ein ganzes Bienenvolk mit bis zu 40.000 Individuen auslöschen. Deswegen stellt die Hornisse eine ernste Bedrohung für die zur Honigproduktion aus dem Westen importieren Bienenvölker dar. Japansiche Honigbienen haben einen Abwehrmechanismus entwickelt, bei dem sich Hunderte von Bienen zeitgleich auf eine in den Stock eindringende Riesenhornisse stürzen und durch schnelle Bewegungen im Kern der Bienenkugel eine Temperatur von bis zu 50 °C erzeugen, welche bei der Hornisse zur Überhitzung und zum Tod führt. Diese Kugel wird auch Hitzekugel genannt. Westliche Bienen zeigen ein solches Verhalten nicht, produzieren aber mehr Honig. Daher sind die Hornissen bei japanischen Imkern sehr unbeliebt.

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Japanische Riesenkrabbe

Die Japanische Riesenkrabbe auf Japanisch „Takaashigani“ ist die größte lebende Krebsart und zugleich der größte lebende Gliederfüßer der Welt. Japanische Riesenkrabben finden sich ausschließlich im Pazifik, vor allem um Japan. Dort leben sie in Meerestiefen zwischen 300 und 400 Metern. Die Krabbe misst von der Spitze eines Beins zum anderen bis zu 3,7 Meter. Japanische Riesenkrabben kommen hauptsächlich vor den Südküsten der japanischen Insel Honshū vor, von der Bucht von Tokio bis zur Präfektur Kagoshima. In einigen Teilen Japans gilt die Riesekrabbe als Delikatesse, wodurch sie von Überfischung betroffen ist. Deswegen gibt es mittlerweile Schutzprogramme, damit sich die Bestände erholen können.

Wie andere Schalentiere auch, muss die Japanische Riesenkrabbe sich häuten, da sie über ein hartes Exoskelett verfügt. Aufgrund der Größe dauert dieser Vorgang bis zu 6 Stunden und kann auch zum Tod der Krabbe führen.

Japanmakak

Der Japanmakak oder auch Schneeaffe auf Japanisch „Nihonzaru“ ist bis auf den Menschen die am nördlichsten lebende Primatenart. Die Schneeaffen kommen bis auf Hokkaido auf allen anderen drei japanischen Hauptinseln, also Kyūshū, Shikoku und Honshū vor.

Die tagaktiven Affen haben noch eine andere bemerkenswerte Eigenschaft, und zwar ihr ausgeprägtes Lernverhalten. Das wahrscheinlich bekannteste Ergebnis des Lernverhaltens ist vermutlich das Baden in heißen Quellen. Ein anderes Beispiel für das Lernen und Traditionsbildung ist das Schneeball-Rollen, das vor allem als Spiel bei Jungtieren beobachtet wird. 1979 wurde erstmals beobachtet, dass ein Makaken-Weibchen mit Steinen spielte, ähnlich wie Kinder mit Bauklötzen. 1983 war dieses Spiel mit Steinen bereits über die halbe Gruppe verbreitet. Auch die genaue Art und Weise der gegenseitigen Fellpflege, der Beaufsichtigung der Jungen oder bestimmte Verzehrgewohnheiten werden im Sinne (nichtmenschlicher) Kulturleistungen von den Erwachsenen an die Jungtiere weitergegeben.

Fragen bitte!

Wenn du noch Fragen über außergewöhnliche Tiere aus Japan hast, würde ich mich sehr über einen Kommentar freuen. Auch wenn du einen Verbesserungsvorschlag oder eine Anmerkung hast, freue ich mich natürlich über einen Kommentar.

Falls dir mein Beitrag „Fünf außergewöhliche Tiere aus Japan“ gefallen hat, dann ist vielleicht auch mein Beitrag „Die erfolgreichsten Kinofilme in Japan“ interessant für dich.

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